Mit Professor Richard Ned Lebow ist im Mai 2013 einer der international bekanntesten Wissenschaftler aus dem Bereich „Internationale Beziehungen“ am Institut für Politikwissenschaft der TU Darmstadt zu Gast. Lebow promovierte 1968 an der City University of New York und lehrte danach unter anderem an der Johns Hopkins University, Cornell University, Ohio State University und University of Pittsburgh. Gegenwärtig ist er James O. Freedman Presidential Professor of Government, Emeritus, am Dartmouth College, New Hampshire, Professor of War Studies am King's College London und Bye-Fellow am Pembroke College, Universität Cambridge. Gastprofessuren führten ihn unter anderem an die London School of Economics, die Universität Cambridge, Australian National University, Sciences Po, Paris und als Olof Palme Professor nach Lund/Schweden.
Lebow hat 13 Monographien, elf Sammelbände und mehr als 160 Aufsätze zu Themen der internationalen Beziehungen, der Friedens- und Konfliktforschung und der politischen Psychologie veröffentlicht. Zu seinen jüngsten Publikationen gehören The Politics and Ethics of Identity (Cambridge University Press, 2012); Forbidden Fruit: Counterfactuals and International Relations (Princeton University Press, 2010); Why Nations Fight: The Past and Future of War (Cambridge University Press, 2010); A Cultural Theory of International Relations (Cambridge University Press, 2008).
Als Gastprofessor an der TUD bietet Ned Lebow ein Blockseminar zu Fragen der politischen Identität an. Zu diesem Thema wird er am Montag, 27. Mai, 18 Uhr, im Hörsaal S1/1/A02 (Hörsaalzentrum Karolinenplatz) auch einen öffentlichen Vortrag halten, zu dem das Institut für Politikwissenschaft recht herzlich einlädt.
Prof. Dr. Peter Niesen, der seit 2006 den Arbeitsbereich "Politische Theorie und Ideengeschichte" leitete, lehrt seit dem 1.4.2013 als Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politische Theorie an der Universität Hamburg.
Die Professur "Politische Theorie und Ideengeschichte" wird im Sommersemester 2013 durch PD Dr. Hans-Jörg Sigwart vertreten.
Dr. Jörg Broschek wird zum 1. Juli 2013 einen Canada Research Chair an der Wilfrid Laurier University in Waterloo übernehmen wird. Die "Canada Research Chairs" werden im Rahmen eines Programms der kanadischen Regierung auf Vorschlag einer Universität vergeben und dienen der Förderung von Exzellenz in der Forschung. Herr Broschek erhält einen sogenannten "Tier 2 Chair" für "exceptional emerging researchers, acknowledged by their peers as having the potential to lead in their field". An der Wilfrid Laurier University wird Jörg Broschek seine Forschungen zur institutionelle Architektur, zur historische Entwicklung, zur Leistungsfähigkeit und demokratischen Qualität von Bundesstaaten in Nordamerika und Europa fortsetzen
Im Juni wird Prof. Dr. Thomas Hüglin, Wilfried Laurier University, Kanada als Gastprofessur im Institut für Politikwissenschaft arbeiten. Thomas Hüglin ist einer der renomiertesten Föderalismusforscher, der in seinen Arbeiten vergleichenden Studien zu föderalen Staaten mit Erkenntnissen aus der Politischen Theorie und Ideengeschichte verbindet.
Während seiner Zeit in Darmstadt wird er ein Seminar zum Thema " Föderalismusmodelle im Vergleich – Theorie und Praxis in den USA, Kanada und der EU" anbieten (21. bis 23. und 28. bis 30. Juni).
Studierende, die am Seminar teilnehmen wollen, melden Sich bitte bei Frau Krall.
Im Sommersemester 2013 finden die Sprachtests für die Bescheinigung über das UniCert-Sprachniveau an folgenden Terminen statt:
Französisch: Fr, 21.06.13, 08:00 Uhr, S103/ 10
Italienisch: Fr, 21.06.13, 08:00 Uhr, S103/10
Spanisch: Mi, 19.06.13, 08:00 Uhr, Raum wird noch bekannt gegegeben
Portugiesisch: Mi, 19.06.13, 08:00 Uhr, Raum wird noch bekannt gegeben
Englisch: Mi, 19.06.13, 09:50 Uhr, S103/123
Anmeldung bitte bis eine Woche vorher im Studienbüro des Sprachenzentrums (persönlich, per
mail oder telefonisch) unter Angabe von Name, Matrikelnummer, Studiengang und E-mail-Adresse.
An Heiligabend vor 25 Jahren starb in Königstein/Taunus Eugen Kogon, erster Professor für „Wissenschaftliche Politik“ an der damaligen Technischen Hochschule Darmstadt. Eugen Kogon, ein Antifaschist christlicher Prägung, gehörte zur Gründergeneration der Politikwissenschaft in der Bundesrepublik. Geboren 1903 in München promovierte Kogon nach dem Studium der Nationalökonomie und Soziologie 1927 in Wien mit einer Arbeit zu „Faschismus und Korporativstaat“. Zunächst vorwiegend als Publizist tätig, wurde Kogon aufgrund seiner offenen Kritik am Nationalsozialismus mehrfach von der Gestapo verhaftet. Ab 1939 war er im Konzentrationslager Buchenwald interniert und entkam mit Glück kurz vor Kriegsende der Ermordung durch die Nationalsozialisten. 1946 veröffentlichte Kogon das Aufsehen erregende Buch „Der SS-Staat“, eine umfassende Darstellung des KZ-Systems und damit eine der ersten Abhandlungen über den nationalsozialistischen Terror. Ebenfalls 1946 gründete Kogon gemeinsam mit Walter Dirks die linkskatholischen „Frankfurter Hefte“, die in den frühen Jahren beachtliche Auflagen erreichten. Politisch war Kogon Verfechter eines christlichen Sozialismus, die von ihm forcierte Gründung einer christlich orientierten Arbeiterpartei scheiterte jedoch.
1951 wurde Kogon zum Professor für Wissenschaftliche Politik an die Technische Hochschule Darmstadt berufen und besetze damit einen der ersten politikwissenschaftlichen Lehrstühle an deutschen Universitäten. In den Folgejahren wurde Kogon zu einem der herausragenden Intellektuellen und führenden politischen Publizisten der Bundesrepublik und trat insbesondere als Verfechter der europäischen Integration, sowie der sozial-liberalen Ostpolitik hervor. Mit seiner Emeritierung verließ Kogon 1968 die TH Darmstadt. 1982 ehrte ihn das Land Hessen mit dem neu geschaffenen „Hessischen Kulturpreis“. Seit 2002 verleiht die Stadt Königstein im Taunus einen nach Eugen Kogon benannten Preis, mit dem zuletzt der ehemalige tschechische Staatspräsident und Bürgerrechtler Václav Havel ausgezeichnet wurde.
Eugen Kogon hat das Darmstädter Institut für Politikwissenschaft maßgeblich geprägt. Sein Interesse an der Demokratie, ihren gesellschaftlichen Voraussetzung und an der europäischen Integration bildete den inhaltlichen Schwerpunkt der Arbeit vieler nachfolgender Kollegen am Institut. Kogon lag nicht zuletzt auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit an der Technischen Hochschule Darmstadt am Herzen. Bis zu seiner Emeritierung setzte er sich für die Kooperation zwischen den technischen Wissenschaften und den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften ein. Die Einführung der Gewerbelehrerausbildung an der Technischen Hochschule trägt seine Handschrift. 1976 erscheint seine Untersuchung „Die Stunde der Ingenieure. Technologische Intelligenz und Politik“.
Das Institut gratuliert seinem Absolventen Jan Doser, der für seine Bachelor-Thesis mit dem Titel "Lebensmittelpreise auf dem Weltmarkt - Determinanten für Instabilität in autoritären Rentierstaaten?" am 06.12.2012 mit dem
Lotte-Köhler-Studienpreis ausgezeichnet wird. Der Preis wird jährlich für herausragende Studienleistungen in den interdisziplinären Wissenschaften vom Menschen vergeben.
Das Institut für Politikwissenschaft war in der bundesweiten Exzellenzinitiative erneut erfolgreich. Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat am Freitag bekannt gegeben haben, wurde der Antrag auf eine Verlängerung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung Normativer Ordnungen“ um weitere fünf Jahre genehmigt. Die genauen Fördersummen stehen noch nicht fest, es dürfte sich aber voraussichtlich um rund 30 Millionen Euro für den gesamten Cluster handeln, der an der Frankfurter Goethe-Universität angesiedelt ist. Die TU Darmstadt ist die einzige Partneruniversität im Cluster, dem auch einige außeruniversitäre Forschungsinstitute angehören.
Nach § 20 Abs. 2 der Allgemeinen Prüfungsbestimmungen der Technischen Universität Darmstadt können Studierende in einem Bachelorstudiengang bis zu 30 CP als freiwillige Zusatzprüfungen aus einem entsprechenden konsekutiven Masterstudiengang der TU Darmstadt absolvieren. Dies ist am Institut für Politikwissenschaft der MA Governance und Public Policy. Aus gegebenem Anlass müssen wir darauf hinweisen, dass es nicht möglich ist, während des BA-Studiums mehr als 30 CP zu erwerben.
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