Studierende diskutieren über Clean Circles Thema „Klima- und Energiepolitik“

20.07.2021

Prof. Michèle Knodt leitet mit Mainzer Kollegen eine Simulation zum Klimagesetz im Europäischen Parlament. Diesjähriges Model European Union 2021 verknüpft langjähriges Simulationsformat mit Inhalten von Clean Circles.

Die Simulation von Entscheidungsfindungsprozessen zur Klima- und Energiepolitik in der Europäischen Union (EU) im gemeinsamen Model European Union Mainz (MEUM) 2021 der JGU Mainz und TU Darmstadt

Studierende der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), der Technischen Universität Darmstadt und verschiedener Partneruniversitäten der europäische Hochschulallianz FORTHEM – Fostering Outreach within European Regions, Transnational Higher Education and Mobility: A pan-European living lab and integrative European University simulierten am 17. Juli 2021 den Gesetzgebungsprozesses der Europäischen Union. MEUM ist zudem Teil des Jean Monnet Centres of Excellence „EU@School“, das von Prof. Michèle Knodt geleitet wird. Insgesamt 60 junge Menschen übernahmen Rollen als Abgeordnete des Europäischen Parlamentes um die europäische Idee im Rahmen eines realitätsnahen Rollenspiels mit Leben zu füllen. Die Simulation, welche 2021 zum 11. Mal stattfand und damit eine der ältesten EU-Simulationen in Europa darstellt, ist eingebunden in politikwissenschaftliche Lehrprojekte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) unter der Leitung von Prof. Dr. Arne Niemann und der Technischen Universität Darmstadt unter der Leitung von Prof. Dr. Michèle Knodt. Den Studierenden soll in diesem Rahmen das ordentliche Gesetzgebungsverfahren der EU interaktiver, intensiver und langfristiger vermittelt werden als dies in gewöhnlichen Lehrveranstaltungen möglich ist. Ko-organisiert wird die Simulation von studentischer Seite durch den Verein Bringing Europeans Together Association (BETA). Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer debattieren reale Gesetzesentwürfe der EU-Kommission. Durch die Arbeit in Parlament verbessern die Teilnehmenden nicht nur ihr formales Wissen über die EU, sondern erfahren ganz persönlich, wie komplex die Verhandlungen auf überstaatlicher Ebene sind. Sie lernen verschiedene Standpunkte kennen, damit umzugehen und verbessern so auch ihre Sprachkenntnisse, da alle Diskussionen und Textentwürfe in englischer Sprache gehalten sind.

2021 simulierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Entwurf der Europäischen Kommission – vorgestellt von Dr. Friedrich Plank in der Rolle des Kommissionspräsidenten -, Klimaneutralität zu erreichen und damit reale Prozesse und komplexe Entscheidungsfindungen innerhalb der Klima- und Energiepolitik der Europäischen Union. In Debatten und Diskussionen, welche kontrovers geführt wurden, erarbeiteten die Teilnehmenden in einem digitalen Format zusätzliche Ergänzungen des Gesetzestextes in detaillierter Arbeit und stimmten über den Vertragstext insgesamt ab.

Die Simulation verfolgt nicht nur rein akademische Ziele. Sie möchte vor allem junge Europäerinnen und Europäer zusammen- und so die europäische Integration auch auf persönlicher Ebene voranbringen. Prof. Dr. Arne Niemann betonte demnach in seiner Eröffnungsrede auch die Relevanz der europäischen Idee aber auch die vielfältigen Herausforderungen der EU, etwa im Kampf gegen den Klimawandel. Zudem ist das Model European Union Mainz (MEUM) von der Beschäftigung mit realen Herausforderungen, politischen Entscheidungsfindungsprozessen und gesellschaftlichen Debatten zur Energiewende und dem Kampf gegen den Klimawandel geprägt und trägt somit zur politikwissenschaftlichen Beschäftigung mit diesen Prozessen vor einem realen Hintergrund bei. Es schärft dabei das Verständnis der Teilnehmenden um die Komplexität europäischer Klima- und Energiepolitik.