Wer beaufsichtigt die Künstliche Intelligenz?
Frankfurter Rundschau berichtet über neues Forschungsprojekt zur KI-Regulierung
09.01.2026
Die Frankfurter Rundschau berichtet über den Start der neuen Forschungsgruppe „AI Supervision (AI-Sup)“ am Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung (ZEVEDI). Im Interview sprachen die Projektleitungen Katja Langenbucher (Goethe-Universität Frankfurt) und Florian Möslein (Philipps-Universität Marburg) über die offenen Fragen der KI-Aufsicht in Europa.
Mit der EU-KI-Verordnung soll erstmals ein gemeinsamer europäischer Rahmen für die Regulierung von KI-Systemen geschaffen werden. Geopolitische Spannungen und Widerstand aus der Industrie haben jedoch dazu geführt, dass die EU-Kommission zentrale Regelungsansätze abgeschwächt hat. Gleichzeitig liegt die konkrete Ausgestaltung der Aufsicht bei den Mitgliedstaaten. Unterschiedliche rechtliche Traditionen und Vorstellungen institutioneller Unabhängigkeit erschweren eine einheitliche Anwendung der Verordnung und eröffnen Spielräume für regulatorische Arbitrage.
Vor diesem Hintergrund hat zu Beginn des Jahres die Projektgruppe „AI Supervision (AI-Sup)“ am in Darmstadt angesiedelten ZEVEDi ihre Arbeit aufgenommen. Sie untersucht die institutionellen Grundlagen der KI-Aufsicht und geht der Frage nach, inwieweit eine unabhängige Aufsicht europarechtlich geboten und demokratietheoretisch legitimiert ist.
An dem interdisziplinären Projekt ist Prof. Nathalie Behnke (TU Darmstadt) als einzige politikwissenschaftliche Professur beteiligt und bringt insbesondere Expertise zu Fragen von Governance, Institutionen und demokratischer Kontrolle ein.