Arbeitsbereich Öffentliche Verwaltung, Public Policy

Die Forschungsarbeiten in dieser Arbeitsgruppe beschäftigen sich mit verschiedenen Aspekten der Verwaltung im Mehrebenensystem. Hierbei lassen sich drei überlappende Schwerpunkte identifizieren.

Im Forschungsschwerpunkt 1 "Intergouvernementale Beziehungen" werden Informations-, Koordinations- und Aushandlungsprozesse zwischen den Regierungen und Verwaltungen föderaler Einheiten untersucht, etwa zwischen Bund und Ländern in Deutschland oder zwischen der Kommission und den Mitgliedstaaten in der EU. Von Interesse ist hier, wie trotz der unterschiedlichen Interessen der Verhandlungspartner konsensuale Lösungen ausgehandelt werden. Dabei kommt der Bürokratie bei der Entscheidungsvorbereitung eine wichtige Rolle zu, da sie nicht nur die Koordination der Verhandlungen übernimmt, sondern auch zwischen Konfliktlinien vermitteln kann. Konfliktlinien können parteiideologischer oder ökonomischer Natur sein, in multinationalen Staaten kommen noch ethnische, sprachliche oder religiöse Konflikte hinzu, die die ohnehin schon komplexen Verhandlungen überlagern. Die empirische Untersuchung, wie diese Koordinationsleistung sowohl innerhalb von Verwaltungen als auch zwischen Ministerien oder föderalen Einheiten erbracht wird, steht im Fokus dieses Forschungsschwerpunkts.

Im Forschungsschwerpunkt 2 "Föderale Finanzen" werden die fiskalische Kompetenzverteilung sowie Finanzströme zwischen Ebenen untersucht. Das Forschungsinteresse richtet sich auf Fragen, wie Aufgaben, Ausgaben und Einnahmen zwischen den Gebietskörperschaften verteilt sind und welche Konsequenzen diese Verteilung für die staatliche Leistungserbringung hat. Dies gilt einerseits für das Verhältnis zwischen Bund und Ländern, andererseits zwischen den Ländern und ihren Kommunen. Zunehmend werden auch finanzielle Verflechtungen mit der EU-Ebene relevant. Ausgehend von diesen Analysen können Systeme der Verteilung von Kompetenzen und Finanzen sowie die öffentliche Aufgabenerbringung optimiert werden.

Im Forschungsschwerpunkt 3 "Personal des öffentlichen Dienstes" interessiert uns generell, wie rechtliche, strukturelle oder politische Rahmenbedingungen die Arbeit des öffentlichen Sektors beeinflussen. Denn die Personen, die dort arbeiten, beeinflussen maßgeblich die Inhalte und Qualität produzierter öffentlicher Güter und Dienstleistungen. In kleineren und früheren Projekten wurden einerseits Einstellungsdimensionen – Public Service Motivation, ethisches Verhalten, Politisierung – untersucht. Ein aktuelles Projekt fokussiert auf Karriereverläufe von Spitzenbeamten. Wer sind die Männer und Frauen, die in der zweiten Reihe die Geschicke unseres Staates leiten? Gibt es typische Wege, die in diese Spitzenpositionen führen? Und was folgt daraus für ihre Handlungsorientierung?

Alle drei Forschungsschwerpunkte sind über bestimmte Fragestellungen und Themen miteinander verbunden. So sind beispielsweise die persönlichen Netzwerke von Ministerialbeamt(inn)en (Schwerpunkt 3) ein wichtiger Erklärungsfaktor für die Koordinationsbeziehungen zwischen den föderalen Einheiten (Schwerpunkt 1). Oder die Frage, wie in föderalen Verhandlungen Kompromisse erarbeitet werden (Schwerpunkt 1) hat wichtige Implikationen für die Reform föderaler Finanzbeziehungen (Schwerpunkt 2).  

Kontakt

Öffentliche Verwaltung, Public Policy
Institut für Politikwissenschaft
Technische Universität Darmstadt
Landwehrstraße 48a-50a
64293 Darmstadt

Arbeitsbereichsleitung

Prof. Dr. Nathalie Behnke

behnke@pg.tu-darmstadt.de
Tel: +49 (0)6151/16-57352
Raum: S4|23/204

Sekretariat

Petra Fuhrmann

fuhrmann@pg.tu-darmstadt.de
Tel: +49 (0)6151/16-57343
Raum: S4|22/208

A A A | Drucken Drucken | Impressum | Datenschutzerklärung | Sitemap | Suche | Webmail | Kontakte
zum Seitenanfangzum Seitenanfang