LINK II

Für die Erfüllung ihrer Aufgaben sind internationale Organisationen auf die Unterstützung einer eigenen Verwaltung angewiesen. Diese versorgt eine internationale Organisation mit den benötigten Handlungskapazitäten. Um ihren Herausforderungen gerecht zu werden, stehen internationalen Verwaltungen trotzt ihrer formalen Unabhängigkeit, divergierender Kompetenzen und räumlicher Distanz in Kontakt mit nationalen Verwaltungsstrukturen, tauschen sich mit ihnen aus und unterstützen sie in ihrer Arbeit

Als Folge daraus kann das Nebeneinander nationaler und internationaler Administrationen als Teil der administrativen Politikgestaltung nicht losgelöst voneinander betrachtet werden. Erstens sind internationale Verwaltungen oftmals in die Vorbereitung und Beratung von Entscheidungen involviert. Zweitens fehlt ihnen meistens die formale Kompetenz, um die Umsetzung von Entscheidungen in ihren zugehörigen Organisationen durchzusetzen, weshalb sie auf einen Austausch und eine Zusammenarbeit mit nationalen Verwaltungen angewiesen sind.

Aufgrund der genannten Punkte sind übergreifende Koordinationsprozesse zwischen nationalen und internationalen Verwaltungen ein wichtiges Merkmal der Praxis von Verwaltungen jenseits des Nationalstaates.

Das Forschungsprojekt „Mehrebenenverflechtung zwischen nationalen und internationalen Verwaltungen – Die Wirkungen von Koordination zwischen Ebenen“ ist ein Teilprojekt der DFG-Forschungsgruppe "Internationale Verwaltung. Entstehung und Entwicklung von Verwaltungsmustern und ihr Einfluss auf die internationale Politikgestaltung”.

Bereits in der ersten Phase des Forschungsprojektes konnte festgestellt werden, dass die Interaktionen zwischen nationalen und internationalen Verwaltungen durch unterschiedliche Muster der Koordination abgebildet werden können. In der aktuellen Phase zwei, werden diese Muster erneut aufgegriffen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf folgenden Themen:

  • den Konditionen für die Genese und Persistenz von Koordination,
  • den Kriterien, die für die wahrgenommene Qualität von Koordination mit verschiedenen Akteurenunterschiedlicher Ebenen (national vs. international) von Relevanz sind,
  • die Differenzierung zwischen vertikaler und horizontaler Koordination.

Der Schwerpunkt des Forschungsprojekts liegt auf der Koordination im Energiesektor mit seinen besonderen Problemstellungen und globalen Herausforderungen, wie beispielsweise der des Klimawandels und die in diesem Zusammenhang notwendigen Abstimmung verschiedener Akteure auf unterschiedlichen Ebenen.

Um einen möglichst umfassenden Einblick in die Koordination zu erhalten, werden zum einen die Sichtweisen der nationalen Akteure der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (Regulationsbehörden, Ministerien und TSOs) und zum anderen internationale Akteure (IEA, IRENA und ACER) einbezogen.

Publikationen

- Sebastian Widmuch, 2021: Verwaltungskoordination in der internationalen Energiepolitik. Effektivität und Machtstrukturen, Baden-Baden: Nomos

- Benz, Arthur, 2019: Verwaltung als Mehrebenensystem, in: Sylvia Veit, Christoph Reichard, Göttrik Wewer (Hrsg.), Handbuch zur Verwaltungsreform, Wiesbaden: Springer VS (5. Aufl.), 87-98.

Drittmittelgeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Laufzeit: 01.04.2017 – 31.03.2020

  Name Arbeitsgebiet(e) Kontakt
Prof. Dr. Arthur Benz
Professor im Ruhestand
Politisches System der BRD und Vergleich politischer Systeme
Timo Alexander Richter M.A.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter | Doktorand
Internationale Beziehungen
+49 6151 16-57341
S4|22 207
Sebastian Widmuch M.A.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter | Doktorand
Politisches System der BRD und Vergleich politischer Systeme