Internationale Beziehungen: Forschung

Forschungsschwerpunkte

Die aktuellen Forschungsschwerpunkte des Arbeitsbereichs sind an der Schnittstelle von Umwelt-, Klima- und Entwicklungspolitik angesiedelt und konzentrieren sich auf institutionelle Fragen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Neben Arbeiten zu Climate Engineering, der Politisierung von Klimapolitik oder der Rolle von Standards untersuchen wir vor allem die folgenden Themen:

Wie lässt sich Klimaschutz langfristig institutionalisieren? Mit dieser Frage beschäftigen wir uns seit dem 1. Januar 2021 im DFG-Projekt Institutionalizing Low Carbon Development (INLOCADE). Dabei untersuchen wir konkret die Förderung von Solarenergie sowie klimafreundliche Agroforstwirtschaft in den aufstrebenden Schwellenländern Brasilien, Indien, Indonesien und Südafrika. Die beiden CO2-intensiven Sektoren Energie und Landwirtschaft bieten vielversprechende Lösungen für eine Transformation hin zu einer klimafreundlichen Gesellschaft. Gleichzeitig scheitern immer wieder erfolgversprechende Projekte. Mit INLOCADE analysieren wir die Prozesse und Bedingungen für eine politische Institutionalisierung von Klimaschutzmaßnahmen. Wir möchten erklären, warum Klimaschutz unterschiedlich schnell institutionalisiert wird und weshalb in einigen Fällen nur geringer Fortschritt oder sogar eine Umkehrung früherer Erfolge erzielt wird. INLOCADE ist ein Kooperationsprojekt der TU Darmstadt und der Universität Potsdam und schließt an das ebenfalls von der DFG geförderte Projekt zu Carbon Governance Arrangements an. Weitere Informationen zu INLOCADE finden Sie hier

In vielen „Entwicklungsstaaten“ modernisieren Regierungen ihre Verwaltungen und bauen ihre Bürokratien aus. Gleichzeitig zeigt sich, dass im Developmental State die historisch stark betonte Autonomie der öffentlichen Verwaltung sich teils negativ auf (demokratische) Kontrolle und wirtschaftspolitische Innovationsfähigkeit auswirkt und Staatlichkeit sich neu legitimieren muss. Das Projekt soll (neue) Typen von Staatlichkeit erforschen, welche die Balance zwischen starken und inklusiven Institutionen und den damit vermeintlichen trade-offs in unterschiedlicher Art und Weise angehen. Angedachte Fälle sind Vietnam, Indonesien oder Thailand in Südostasien sowie Costa Rica, Äthiopien oder Ruanda. Das Projekt baut auf Vorarbeiten zum Thema environmental authoritarianism in Entwicklungsstaaten auf.

Projekt im Rahmen der FONA „Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt“ zum Thema „Wertschätzung und Sicherung von Biodiversität in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft“ – Konzeptionsphase

Angesichts des fortschreitenden Insektensterbens und zunehmender Biodiversitätsverluste werden derzeit auf verschiedenen Ebenen unterschiedliche Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt vorgeschlagen, erforscht und durchgeführt. Das interdisziplinäre Projekt BioDivKultur widmet sich in diesem Kontext vor allem dem Insektenschutz auf Grünflächen von Städten/Kommunen, Gewerbe und Landwirtschaft.

Artenreiche Grünlandflächen (Wiesen und Weiden) sind dafür bekannt, vielen Insekten einen Lebensraum zu bieten. Doch auch in Parks, auf Grünstreifen (Ackerränder, Straßenbegrenzung) und Grünflächen des Gewerbes gibt es Lebensräume, welche dem Grünland ähnlich sind und einer großen Anzahl von Insektenarten geeignete Habitate bieten können bzw. könnten. Dabei stehen für diejenigen, die solche Flächen besitzen, verwalten und/oder pflegen, unterschiedliche Gestaltungsentscheidungen an: von der grundsätzlichen Frage, was offene Grünfläche bleiben soll (neben der Strukturierung durch Bäume, Sträucher/Hecken, Wasser, Beete, Totholz etc.), bis hin zu Optionen der Gestaltung der Grünfläche selbst (z.B. durch Bewuchs und Mahd). Diese Entscheidungen werden vor dem Hintergrund unterschiedlicher Werthaltungen gegenüber Natur, unterschiedlicher Nutzungsinteressen (z.B. Erholung, Ästhetik, Sicherheit, landwirtschaftlicher Ertrag, Sicherung von Ökosystemdienstleistungen) und pragmatischer Rahmenbedingungen (z.B. Kosten und Zeitaufwand für die Pflege) getroffen.

Das Projekt BioDivKultur, in dem Biolog*innen mit Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen zusammenarbeiten, widmet sich Werthaltungen, Nutzungsinteressen, Handlungsoptionen und Regulierungsmöglichkeiten bei der Gestaltung und Pflege von Grünflächen. Ziel ist zu untersuchen bzw. zu erproben, wie Biodiversität als Wert und Nutzungsinteresse kommunikativ, politisch und praktisch stärker in der Grünflächengestaltung wirksam werden kann (verstanden als Etablierung vielschichtiger „Biodiversitätskulturen“). Der spezifische biologische Fokus liegt dabei auf Optionen eines besseren Insektenschutzes auf offenen Grünflächen von Städten, Gewerbe und Landwirtschaft, insbesondere im Zusammenhang mit der Mahd (Mahdtechnik, ‑häufigkeit und ‑zeitpunkt; Verteilung von gemähten Flächen und Refugien im Kontext der jeweils rahmenden Strukturen; Auswahl der Pflanzengesellschaften und Saatgutwahl).

Die Datenerhebungen sollen in drei Modellstädten unterschiedlicher Bundesländer (Darmstadt, Bamberg, Göttingen) durchgeführt werden. Vor Ort werden Akteure aus der Praxis einbezogen (in Darmstadt zum Beispiel der BUND und das Umweltamt der Stadt Darmstadt), um Wissen, Akzeptanz und Umsetzbarkeit eines wirksameren Insektenschutzes gemeinsam zu fördern.Mehr erfahren

Projektleiter_innen:

  • Prof. Dr. Nico Blüthgen (FB Biologie/Ökologische Netzwerke; Sprecher)
  • Dr. Nadja Simons (FB Biologie/Ökologische Netzwerke)
  • Prof. Dr. Nina Janich (FB Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften/Germanistische Linguistik)
  • Prof. Dr. Markus Lederer (FB Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften/Internationale Beziehungen)
  • Prof. Dr. Alfred Nordmann (FB Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften/Wissenschafts- und Technikphilosophie)

Projektmitarbeiterin:

  • Geneviève Walther

Kooperationspartner:

  • Umweltamt
  • BUND
  • DiNaDa
  • IANUS

Podcast „Biodiversitätskulturen in Stadt und Land“

Im Rahmen des Projekts „Biodiversitätskulturen in Stadt und Land“ sprechen Nachwuchswissenschaftler*innen der Technischen Universität Darmstadt über eigene Perspektiven und Forschungsergebnisse zum Thema Artenschutz(-maßnahmen).

Abgeschlossene Forschungsprojekte